Manchmal stehe ich draußen, schaue nach oben und denke: Das ist doch völlig verrückt. Über uns ein ganzer verdammter Sternenhimmel. Und wir verbringen erstaunlich viel Zeit damit, uns über Dinge aufzuregen, die nächsten Dienstag schon niemanden mehr interessieren.
Ich übrigens auch. Ich bin keineswegs die Frau, die morgens aufsteht, drei bewusste Atemzüge nimmt und dann ausschließlich dankbar durch ihr perfekt kuratiertes Leben schwebt. Ich kann mich herrlich in Details verbeißen. Und ich mag Details. Sehr sogar.
Aber ich mag auch das hier: einen See, der je nach Wetter seine Meinung ändert. Ein Kind, das mir einen Stein in die Hand drückt, als hätte es gerade einen Schatz entdeckt. Einen Kaffee, den niemand für mich trinkt, wenn ich ihn nicht selbst genieße.
Schöne Dinge. Und das echte Leben dazwischen.
Ich liebe Schönheit. Einen gut gedeckten Tisch. Ein Kleid, in dem ich mich großartig fühle. Einen Cappuccino mit perfektem Schaum. Aber Schönheit ist für mich kein Wettbewerb darin, wer die schönste Version eines Moments ins Internet stellt.
Sie ist das, was passiert, wenn man tatsächlich dabei ist.
„Nicht irgendwann. Nicht wenn alles erledigt ist. Jetzt.“
Das große Glück macht selten großen Lärm.
Manchmal liegt es in den Dingen, die man fast übersieht. Im Muster eines Blattes. In kalter Luft auf den Wangen. In dem kleinen Umweg, für den angeblich keine Zeit war.
Und nein, daraus muss keine tiefgründige Lebenslektion werden. Man darf ein schönes Blatt auch einfach schön finden. Revolutionär, ich weiß.
Eine kleine Übung im Leben.
Für alle, die gern etwas Konkretes mitnehmen: Such dir diese Woche einen Moment, der keinen Zweck erfüllen muss. Zehn Minuten am Wasser. Einen Kaffee draußen. Einen Spaziergang ohne Schrittziel. Und lass das Handy einmal in der Tasche.
The little ritual
10 Minuten. Kein Optimierungsprogramm.
Etwas Warmes in die Hand nehmen. Nach draußen gehen. Drei Dinge entdecken, die du sonst übersehen hättest. Und anschließend nicht versuchen, daraus noch eine To-do-Liste zu machen.
Ich will nicht weniger vom Leben, um endlich zur Ruhe zu kommen. Ich will mehr vom Leben mitbekommen. Das ist ein Unterschied.
And that’s a damn good life.
Vielleicht ist das Leben nicht dann gut, wenn alles glattläuft. Vielleicht ist es gut, wenn wir mittendrin noch Augen für die schönen Dinge haben. Für Menschen. Für Unsinn. Für diese wunderbar überflüssigen Augenblicke, die am Ende alles andere als überflüssig sind.
Beautiful things. Sharp minds. Dirty words. A damn good life.

Mit Liebe, Yve ♡YVE AT THE LAKE · MORE YVE